consord

SA, 25. SEPT 2021, 20:00 UHR | Theater im Pumpenhaus, Gartenstraße 123
Werke von Huihui Cheng (UA), Yannis Kyriakides (UA) und Alwynne Pritchard (UA)

Online-Vorverkauf hier!


Huihui Cheng
your humanity degree (UA)

Yannis Kyriakides
orbital (UA)

Alwynne Pritchard
Zwischen uns (UA)


consord
Pavel Tseliapniou: Flöten
Tamon Yashima: Oboe
Robert Beck: Klarinetten
Enrico Taubmann: Saxofone
Eugénie Ricard: Fagott
Yachu Yang: Horn
Danbie Lee: Trompete
Karsten Süßmilch: Posaune, Stimme
Jan Termath: Tuba
Gereon Voß, Felix Feßke: Schlagwerk
Deborah Rawlings: Piano
Stephan Wolke: E-Gitarre
Constantin Herzog: Kontrabass
Emanuel Wittersheim: Klangregie


Huihui Chengs Kompositionen charakterisieren sich durch ihre offene Form. Zufalls-Operationen, visuelle und theatrale Momente sowie einbezogene Objekte sind häufig Teil ihrer „theatralisch erweiterten Kompositionen“. Auch in your humanity degree (UA) stellt die Komponistin den Werkbegriff zur Disposition. Interaktiv bestimmen Zuschauer:innen und Ensemble den Verlauf des Stückes und sind dazu aufgefordert, auf unterschiedliche Weise aktiv den Entstehungsprozess der Musik zu steuern. Inspiration für das neue Werk lieferte der Jubilar Beethoven. Seine Auseinandersetzung mit den Idealen der französischen Revolution bildet die geistige Folie der Komposition. Thematisch daran ausgerichtete Statements sowie Anweisungen, welche die Zuhörerschaft per Smartphone einloggt, bilden den Ausgangspunkt des musikalischen Geschehens. Demokratisch und in ständiger Rückkopplung begriffen verklanglichen die Musiker:innen dann übermittelte Ideen, bestimmt das mündige Publikum das konkrete musikalische Ergebnis.

Huihui Cheng

Huihui Cheng (*1985, China) studierte Komposition, zunächst bei Guoping Jia am Central Conservatory of Music in Beijing, dann an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Caspar Johannes Walter, Marco Stroppa sowie Piet Johan Meyer (Elektronische Musik) und Martin Schüttler. Cheng erhielt zahlreiche Stipendien u.a. von der Kunststiftung Baden-Württemberg, Schloss Wiepersdorf, Künstlerhaus Schöppingen, Camargo Foundation, Royaumont Foundation sowie der Villa Massimo. Ihre Werke wurden u.a. beim Beijing Modern Music Festival, bei der Münchener Biennale, beim Tongyeong International Music Festival in Korea, bei Wien Modern, beim ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart und rainy days in Luxemburg aufgeführt. Für das Orchesterstück „Shining“ erhielt sie den ersten Preis beim Internationalen Isang Yun Kompositionspreis (2011) und für „Me Du Ça“ den Giga-Hertz- Produktionspreis des ZKM Karlsruhe und des SWR Experimentalstudio (2016). Sie veröffentlichte eine Porträt-CD in der Edition Zeitgenössische Musik in 2020 (WERGO).

www.huihuicheng.com


 

Sphärisch und ähnlich eines Objekts in einer Umlaufbahn bewegt sich Yannis Kyriakides in seinem neuen Stück orbital durch das pandemische Amsterdam. Mit einer audiovisuellen Partitur nimmt der Komponist und Soundartist sein Publikum mit auf einen urbanen Spaziergang durch eine hybride Klanglandschaft. Wie in einer Traumwelt schieben sich Klänge langsam durch den Raum, ziehen Flächen als Nebelschwaden vorbei und hinterlassen das Gefühl einer trügerischen Ruhe. Das Video enthält neben dezent platzierten melodischen Spielanweisungen 74 Bilder, die 2020 im ersten Lockdown entlang der Amsterdamer Ringautobahn entstanden sind. Im Dialog mit der Musik verzerren sich darin Gebäude, Straßenzüge, gar Pflanzen zu theatralen Szenerien und bilden einen Hintergrund für vordergründig installierte, organische Formgebilde. Mal flatternd, mal schwebend bewegen sich diese weißen Gestalten durch das Bild und evozieren im Zusammenspiel mit der Musik eine einzigartig hypnotisierende Atmosphäre.

Yannis Kyriakides

Yannis Kyriakides (*1969, Zypern) studierte nach seiner Emigration nach GB zunächst Musicology an der York University. Seit 1992 lebt er in den Niederlanden. Dort studierte er Komposition bei Louis Andriessen und Dick Raaijmakers. Er gewann mehrere Preise wie den International Gaudeamus Composition prize, den Dutch Toonzetters prize, Willem Pijper Prize sowie den International Rostrum of Composers Prize, seine CDs erhielten darüber hinaus zahlreiche Auszeichnungen. Kyiakides‘ Werk umfasst mehr als hundert Kompositionen, darunter überwiegend Musiktheater, Multimedia-Werke sowie elektroakustische Stücke für kammermusikalische Kontexte und große Ensembles. Seine Werke wurden weltweit auf namhaften Festivals aufgeführt. Als Komponist wurde er auf dem Huddersfield Contemporary Music Festival in 2007 sowie November Music in 2011 gefeatured. Für den niederländischen Pavillon der Biennale in Venedig steuerte Kyriakides zwei Werke bei. Zusammen mit Andy Moor und Isabelle Vigier gründete er das Label „Unsounds“ für neue elektronische Musik. Er ist Gründungsmitglied des Ensembles MAZE und unterrichtet Komposition am Royal Conservatory of Music in The Hague. Yannis Kyriakides lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Amsterdam.

www.kyriakides.com

Der Kompositionsauftrag wurde finanziert von der

ernst von siemens stiftung


 

Eine anders geartete Verbindung zu Beethoven findet die britische Komponistin Alwynne Pritchard in Zwischen uns (2020, UA). Darin bezieht sie sich explizit auf Beethovens Liederzyklus An die ferne Geliebte aus dem Jahr 1816. Die Liedtexte mit Überschriften wie Auf dem Hügel sitz ich spähend oder Nimm sie hin denn, diese Lieder, verfasst vom österreichischen Arzt und Autor Alois Jeitteles (1794–1858), wurden damals nur durch Beethovens Partitur veröffentlicht. Die Komponistin zerlegt diese (Liebes-)Gedichte und collagiert sie als Sprechaktionen. Pritchards Werk ist nicht nur für das Ensemble consord geschrieben und ihm gewidmet – die Musiker:innen waren auch selbst am Kompositionsprozess beteiligt. Mitglieder der Formation steuerten im Vorfeld dreitönige Tonfragmente bei, auf welchen wiederum Teile der Komposition aufbauen.

Alwynne Pritchard

Alwynne Pritchard (*1968) ist eine britische Komponistin, Performerin und Autorin. Pritchard erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, darunter auch ein Arbeitsstipendium der Villa Concordia in Bamberg 2006/07. Ihre Werke wurden u.a. durch das Arditti String Quartet, Athelas Ensemble, BBC und BBC Scottish Symphony Orchestra, Christian Dierstein, The Duke String Quartet, de ereprijs, ensemble recherche, Gemini, Nicolas Hodges, Ixion, John Kenny, Carin Levine, The London Sinfonietta, Lontano, Loré Lixenberg, Darragh Morgan, New Music Players, Nieuw Ensemble, Ian Pace, Jonathan Powell, Maja Ratkje, Parkinson Saunders, Pow Ensemble, Reservoir, Elena Riu, Jarle Rotevatn, Sarah Nicolls, Schubert Ensemble und Uroboros Ensemble aufgeführt. Daneben trat sie in zahlreichen Bühnenproduktionen europaweit auf. Alwynnes Schaffen umfasst auch die Arbeit als Autorin und Moderatorin für BBC Radio, als Kompositionslehrende am Trinity Laban in London und als Künstlerische Leitung sowohl des Borealis Festivals wie auch des BIT20 Ensembles in Bergen. 2015 gründete sie gemeinsam mit ihrem Partner Thorolf Thuestad die Musiktheater-Company Neither Nor. 2017 erschien up without an insistent casting away, eine Sammlung von Texten für raumspezifische Sound-Performances, beauftragt für die Eröffnung des neuen Departments für Kunst, Musik und Design der Universität Bergen. Alwynne lebt aktuell in Bergen, Norwegen.

www.alwynnepritchard.co.uk


 

Das Münsteraner Ensemble consord hat sich seit 2016 mit aktuell 15 Mitgliedern (von 2006 bis dahin als Sextett unter dem Namen ensemble:hörsinn) als Ensemble für Neue Musik mit eigenen Konzerten, Workshops sowie durch Einladungen zu Festivals einen Namen machen können. Ein Schwerpunkt auf Blasinstrumente und zuletzt die Erweiterung um Live-Elektronik und E-Gitarre machen das Ensemble einmalig in der Ensemble-Landschaft NRWs.

consord ist ein Ensemble für Neue Musik und bewegt sich damit am Puls der Zeit. Gleichzeitig ist die Neue Musik je nach Sichtweise schon über 100 Jahre alt. consord bemüht sich in diesem Rahmen darum, Programme zu gestalten, die die Menschen von heute betreffen – unabhängig vom Alter der Musik. Entscheidend ist, dass die Stücke zusammen passen. In unseren Programmen geht es um das Verhältnis der einzelnen Stücke zueinander. Sie ergeben ein großes Ganzes. Fast wie eine eigene Komposition. Dabei bedient consord klanglich die ganze Bandbreite von Bläserkammermusik bis zur Rockband.

Neben der vollen Besetzung von 15 Musiker:innen pflegt consord auch Teilbesetzungen mit Holzbläsern und Blechbläsern, jeweils ergänzbar durch Klavier, Schlagzeug oder Elektronik. Die Idee der Kammermusik in kleineren Teilensembles überträgt sich auch in das große Ensemble. Instrumentalist:innen, Dirigent:innen und Komponist:innen sind Partner auf Augenhöhe. Ziel ist immer ein kammermusikalisches Zusammenspiel.

www.consord.net

 


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Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW